KRYPTONIT

2021

Nena Cermak und Markus Joos

Der Weg in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft braucht bei wissenschaftlicher Grundlegung und Interdisziplinarität vor allem tatkräftiges Engagement vieler Menschen auf allen Ebenen. Hierfür zeigt die Arbeit „KYPTONIT“ Orientierungslinien auf.

In „KRYPTONIT“ geht es darum, sowohl die planetare Wirkmacht des Menschen als geologischen Faktor als auch seine Verstrickung in das Erdsystem und die Interaktion mit anderen Spezies erfahrbar werden zu lassen.

Als immersives Aktivierungsformat soll es bestmöglichst Impulse für die Neuorganisation des Wissens für unsere Gegenwart zu liefern: Das heißt auch, die gesellschaftliche, ökologische und kulturelle Dimension des Anthropozäns zu spüren und dadurch ein radikales Denken der Verwandlung anzustiften.

Partizipativ können Rezipient:innen in eine Art „Kokon“ (den „Kryptoniten“) eintreten, von außen mit einem Videoclip projiziert, der beispielsweise die unvorstellbare Größenordnung menschlicher Eingriffe in natürliche Lebensräume darstellt, oder Exponentialkurve, die den Anstieg des weltweiten CO2-Ausstoßes oder des Plastikvorkommens in den Weltmeeren zeigen:

Diese reizüberflutenden Visualisierungen tragen dazu bei, das Ausmaß der globalen Veränderungen der Erde durch menschliches Handeln sichtbar zu machen. Vermischt mit positiven Zukunftsvisionen, mit heilen Orten und wohltuender weltlicher Gesundheit soll die Projektion aber nicht erschreckend sein, sondern vielmehr Verantwortlichkeit und Bereitschaft zum Engagement und zur Veränderung erwirken. Betrachter:innen können zudem mittels Schläuchen oder Stoffsträngen verschiedene Verbindungen und Verflechtungen mit dem Objekt eingehen. Das Objekt wird innen mit Sound bespielt.

Die „Haut“ des KRYPTONITEN ist durchsichtig, so dass die Projektion durch den KRYPTONITEN hindurchdringt, also nicht aufgehalten werden kann und von außen auch sichtbar wird, wie die Betrachter:innen im Inneren die Darstellungen verändern, quasi auf sich nehmen, sich mit ihnen „beschreiben“ lassen.

Verknüpfungen können auch offen bleiben, als Anregung zum Weiterdenken, zum Weiteranknüpfen.

Clip und Sound: Markus Joos

Objekt: Nena Cermak